Die Wissenschaft des Bauchgefühls
- Christian Krknjak
- 3. Mai
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Mai
In modernen Unternehmen hat sich eine bemerkenswerte Führungsmethode etabliert, die gegenüber herkömmlichen Managementansätzen einen entscheidenden Vorteil besitzt: Sie erfordert keinerlei Vorkenntnisse.

Das Bauchgefühl – von Experten auch „Intuition" genannt, wenn man gerade keine bessere Erklärung hat – gilt heute als das vielseitigste Führungsinstrument überhaupt. Es ist stets verfügbar, benötigt keine Schulung und produziert Entscheidungen in beeindruckender Geschwindigkeit. Dass diese Entscheidungen gelegentlich falsch sind, stört wenig: Der Bauch schweigt darüber mit derselben Überzeugung, mit der er zuvor gesprochen hat.
Besonders bewährt hat sich die Methode in Situationen, in denen Daten, Studien oder bewährte Konzepte zur Verfügung stehen würden. Hier entfaltet das Bauchgefühl seine wahre Stärke – es ignoriert all das mit einer Souveränität, die man nur als natürliche Führungskompetenz bezeichnen kann.
Kritiker mögen einwenden, Managementmethoden seien erlernbar, erprobt und messbar in ihrer Wirkung. Doch welch trauriges Bild: Ein Mensch, der lernt, wie man führt. Als hätte Führung irgendetwas mit Wissen zu tun.
Der wahre Manager vertraut seinem Bauch. Und sollte dieser Bauch irren – nun ja: Dann war es eben der Markt.
