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Fortschritt

  • Autorenbild: Christian Krknjak
    Christian Krknjak
  • 24. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Es gibt Momente im Leben, in denen man spürt, wie sich der Horizont weitet. Die Schultern sinken. Der Nacken gibt nach. Der Schmerz – dieser alte, treue Begleiter – zieht sich diskret zurück, als hätte er ein Einsehen.



Drei Tage lang war ich ein anderer Mensch. Ein Mensch, der sich bewegt, ohne vorher die Konsequenzen abzuwägen. Ein Mensch, der morgens aufsteht, ohne innerlich die Schadensmeldung abzuwarten. Kurz: ein Mensch mit Zukunft.


Dann kam der Dienstag. Und mit ihm: das Handtuch.


Man unterschätzt das Handtuch. Es hängt dort, unschuldig, frottiert, und wartet. Und im Bruchteil einer Sekunde – bei einer Bewegung, die kein Mensch als riskant einstufen würde, die kein Physiotherapeut je in einer Risikoanalyse erwähnt hätte – war alles wieder da. Vollständig. Wie frisch eingeweiht.


Der Nacken: zu. Die Schulter: gesperrt. Der Schmerz: aufgeräumt zurückgekehrt, als hätte er nur kurz Urlaub gemacht.


Dazu gesellt sich, mit der Pünktlichkeit eines deutschen Amtes, die Hitzewelle. Deutschland, das Land der vier Jahreszeiten, hat sich für heiß und schmerzhaft entschieden. Eine Kombination, die in keiner Therapieempfehlung vorgesehen ist, aber offenbar zum Gesamtpaket gehört.


Ich sitze also wieder da. Etwas weiser. Etwas verspannter. Und mit der tiefen Erkenntnis, dass chronische Erkrankungen nicht besiegt werden.


Man lernt lediglich, welches Handtuch man meiden sollte.


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