top of page
kriggeschdoina-logo
ROSS Energieberatung.jpg
ROSS Vermietung.jpg

Schwäbische Gastrokritik

  • Autorenbild: Christian Krknjak
    Christian Krknjak
  • 22. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Der Schwabe isst nicht aus Freude. Er isst aus Prinzip.



Was andere Völker Genuss nennen, nennt der Schwabe Nahrungsaufnahme – ein Vorgang, der sich in drei präzisen Phasen vollzieht: Der Hunger schafft die Motivation. Der Ekel liefert die Begleitmusik. Und der Geiz sorgt für den Abschluss. Ein System von bestechender Effizienz, das ohne jeden Luxusgedanken auskommt.


Besonders bewundernswert ist die schwäbische Haltung gegenüber dem Wirtshaus. Während der Italiener den Koch lobt, der Franzose den Wein kommentiert und der Bayer einfach noch eines bestellt, sitzt der Schwabe still, kämpft, und siegt. Über den Teller. Über sich selbst. Und vor allem: über den Wirt.


Denn das Essen stehen zu lassen wäre ja nichts anderes als ein Geschenk. Und Geschenke macht der Schwabe – aber nicht an Wirte.


Der Magen möge klagen. Der Wirt bekommt nichts. Das Prinzip ist gerettet.


Und wer das Original lesen möchte - bitteschön: "Wie hat das Mahl gemundet?" - "Der Hunger treibt's nei, der Ekel würgt's naa, der Geiz b'hält's drin." "Hören Sie nicht auf zu essen, wenn Sie gesättigt sind?" - "Lieber dr Maga verrenkt als am Wirt was g'schenkt."

bottom of page